Psychiatriecampus am Universitätsklinikum Frankfurt




Der Psychiatriecampus am Universitätsklinikum Frankfurt soll modernisiert und erweitert werden, um dem steigenden Flächenbedarf nachzukommen, Patientinnen und Patienten angemessen versorgen und den Aufgaben in der Forschung nachkommen zu können. In einem ersten Bauabschnitt sind zunächst zwei Neubauten mit zugehörigen Freianlagen geplant. Darüber hinaus soll das 1931 fertiggestellte Haus 93 saniert werden, entworfen vom Architekten Martin Elsaesser. Das Besondere: Die Gesamtanlage und die zugehörigen Gartenanlagen stehen unter Denkmalschutz.
In einem interdisziplinären Wettbewerb mit Realisierungs- und Ideenteil unter Beteiligung von 18 Arbeitsgemeinschaften erreichte der Entwurf der schneider+schumacher Städtebau GmbH mit GINA Barcelona Architects und WGF Objekt Landschaftsarchitekten GmbH den 2. Preis. Der Entwurf sieht zwei Gebäude vor, die sich jeweils zum Innenraum und zum Grünen hin abstaffeln. Bepflanzte Terrassen ermöglichen Blickbezüge und Zugang zum gemeinschaftlich genutzten Park sowie zu den privaten Gärten und geben eine Antwort auf die Topographie des Geländes. Der Erhalt des Parks als Teil der Therapie und zur Förderung der Aufenthaltsqualität ist dabei ein zentrales Element – ebenso wie eine sensible Einbindung der Neubauten in das historische Ensemble, um die architektonische Qualität und die historische Substanz zu bewahren.
Die Denkmalpflege betrachtet den Entwurf als gelungene und angemessene Antwort auf die Architektur Elsaessers. Die Jury führt aus: „Lineare, feingliedrig aufgebaute, T-förmige Baukörper bilden den südlichen Abschluss des historischen Elsaesser-Baus und gliedern den großen landschaftlich geprägten Innenhof in gut nutzbare Bereiche, ohne diesem seine Großzügigkeit zu nehmen. Die klare, räumliche Fassung des Außenraums und gleichzeitige Offenheit des historischen Gebäudeensembles wird geschickt aufgenommen und weiterentwickelt.“
Die prämierten Entwürfe bilden laut Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen eine solide Grundlage für die weiteren Planungen und die Umsetzung des ersten Bauabschnitts. Im Sommer sollen die weiterführenden Entscheidungen getroffen werden.